Nicht nachmachen! Was ich bei meinem ersten Fluchtrucksack alles verkehrt gemacht habe, erzähle ich euch hier – damit ihr meine Fehler nicht nochmal wiederholt und in Sachen Krisenvorsorge besser aufgestellt seid.
Fehler Nummer 1: Viel zu großen Rucksack gekauft, der am Ende viel zu schwer war
Mein erster Fluchtrucksack war ein richtiger toller Frauen-Trekking-Rucksack einer renommierten Firma – wunderschön und riesig, was mich in meiner Familie zur beliebten Zielscheibe fieser Sprüche und allumfassender Häme gemacht hat.
Ich habe mich mit dem vollgepackten Ding mal auf die Waage gestellt. Ergebnis:
12 Kilo!!!
So viel wiegt mein Fluchtrucksack zurzeit
Ich musste einsehen: Das schleppe ich nie und nimmer im Notfall durch die Gegend.
Fehler Nummer 2: Einen sehr auffälligen Rucksack gekauft
Ich muss schon selbst lachen bei der Vorstellung, wie ich mit diesem Trekking-Ungetüm durch den urbanen Hamburger Süden stapfe. Auffälliger geht’s wirklich nicht. Der Rucksack schreit geradezu: Seht her, noch so eine Bekloppte, die sich auf die Apokalypse vorbereitet. Und damit macht er genau das, was ich in so einer Lage überhaupt nicht will: Auffallen. Mein nächstes Exemplar wird also nicht nur wesentlich kleiner, sondern auch sehr viel unauffälliger.
Fehler Nummer 3: Fluchtrucksack in der hintersten Kellerecke lagern
Ganz ehrlich: Der Fluchtrucksack lag bis vor ein paar Tagen tief vergraben im Keller des Grauens – an einer Stelle, an der ich ihn im Notfall mit Sicherheit nicht so schnell gefunden hätte. Ich musste schon ordentlich suchen, bis ich ihn fand. Problem: Weil er so groß ist, passt er nicht in unseren Flurschrank, dessen Platz ohnehin schon ziemlich knapp bemessen ist.
Fehler Nummer 4: Erst den Fluchtrucksack kaufen, dann die Inhalte besorgen
Es macht einfach keinen Sinn, erst den Rucksack zu besorgen und sich dann Gedanken zu machen, was alles hinein soll. Dann neigt man nämlich dazu, ihn auch füllen zu wollen – und dann hat man am Ende so ein Monstrum wie ich mit 12 Kilo. Besser: Erst überlegen, was man dringend braucht und dementsprechend den Rucksack dimensionieren.
Fehler Nummer 5: Den Fluchtrucksack einmal packen und nie wieder anfassen
Es ist eine blöde Idee, den Rucksack einmal zu packen, zu verstauen und danach nie wieder anzugucken. Dann habe ich nämlich schon nach wenigen Wochen keine Ahnung mehr, was da eigentlich drin ist und in welchem Fach welche Dinge verstaut sind.
Gerade bei Kinder-Fluchtrucksäcken ist das mega unpraktisch, die lieben Kleinen wachsen ja fix aus ihren Kleidungsstücken heraus. Und okay – ich hab auch ein paar Kilos zugenommen, sodass mir die alte Yogahose, die ich vor zwei Jahren mal im Rucksack deponiert hatte, heute gar nicht mehr passt. Heißt also: Der Rucksack sollte regelmäßig begutachtet werden.
Fehler Nummer 6: Dinge einpacken, mit denen ich nicht umgehen kann
Das schicke Schweizer Taschenmesser mit den 1.000 Tools sieht ja super aus, bringt mir aber wenig, wenn ich gar nicht damit umgehen kann. Ich habe ziemlich zarte Hände, und mein Taschenmesser ist ziemlich schwergängig.
Fehler Nummer 7: Dinge einpacken, die nicht funktionieren
Die Solar-Powerbank klang nach einer tollen Idee – jederzeit überall unabhängig vom Stromnetz sein Handy laden können? Super Sache! Funktioniert aber in der Praxis nicht. Entweder ist meine Powerbank kaputt, oder sie eignet sich nicht für unsere wolkenverhangenen, norddeutschen Gefilde. In Hamburg benötigt sie mehrere Tage für eine Ladung. Nicht praktikabel, aus meiner Sicht.
Fehler Nummer 8: Schokoriegel vergessen
Woran ich wirklich nicht gedacht habe, ist Energiezufuhr. Der Rucksack, der monatelang im Keller lag, enthielt natürlich keine Lebensmittel. Sollte er aber. Irgendeinen Proteinriegel zum Reinbeißen sollte man schon dabei haben, vor allem, wenn man sich zusammen mit kleinen Kindern auf den Weg macht. Und allein das ist Grund genug, die Inhalte des Fluchtrucksacks regelmäßig zu überprüfen.
Fehler Nummer 9: Keine Unterhaltung eingepackt
Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, kein Buch einzupacken. Dabei weiß ich doch genau, dass zum Beispiel bei einer Fliegerbombenentschärfung die Zeit auf der Notpritsche in der Turnhalle ganz schön lang werden kann.
Fehler Nummer 10: Keine Notfallcheckliste für Add-Ons
Es gibt Dinge, die wir nicht dauerhaft im Fluchtrucksack lagern können, im Notfall aber trotzdem dabei haben sollten. Unsere Ausweise zum Beispiel. Ich werde mir einen kleinen Spickzettel zulegen, den ich künftig an den Kühlschrank hefte, und der mich im Notfall daran erinnert, welche Unterlagen ich noch schnell holen sollte. Und die müssen natürlich an einer Stelle liegen, an die ich schnell herankomme.
(Instagram-Reel: Unboxing meinen uralten Trekking-Rucksack)
Wie geht’s weiter? Stay tuned!
Der Trekking-Rucksack wandert bald in die kommende, sehr übersichtliche Outdoor-Sektion meines Keller des Grauens und wartet auf meine nächste, große Wanderung. Stattdessen wird ein kleinerer, alltagstauglicherer Fluchtrucksack in meinen Flurschrank ziehen, der nur einen Bruchteil wiegt und wirklich nur die Dinge enthält, auf die ich schlecht verzichten kann.
Mehr bald an dieser Stelle, so lange – Happy Prepping, ihr Lieben!


