Wo soll ich nur anfangen mit dem Vorbereiten? Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Welche Schritte sind zu Beginn die wichtigsten? Meine Checkliste gibt euch eine erste Orientierung. Die gute Nachricht: Der Einstieg in die Krisenvorsorge ist schnell gemacht und leichter, als ihr denkt!
Preppen: Wo fange ich an?
Den ersten Schritt habt ihr ja schonmal erfolgreich absolviert – ihr seid hier gelandet und habt euch meine Checkliste besorgt. Darin findet ihr die wichtigsten Infos zu Gegenständen und Lebensmitteln, die ihr für alle Fälle zu Hause haben solltet.
Jetzt müsst ihr nur noch loslegen. Vielleicht habt ihr auch schon Vorräte und möchtet nur mal abgleichen, ob ihr auf dem richtigen Dampfer unterwegs seid. Vielleicht seid ihr auch schon Vollprofis und habt eine Bug-Out-Location (auch „Fluchtraum“ oder „Fluchthaus“ genannt) in Skandinavien mit eigenem Trinkwasserbrunnen und versorgt euch komplett autark? Vermutlich nicht – das wäre bewundernswert, aber wahrscheinlicher ist, ihr steht irgendwo ganz am Anfang.
Damit seid ihr nicht alleine – mehr als die Hälfte aller Deutschen hat in einer aktuellen Umfrage laut statista.de angegeben, gar keine Lebensmittelvorräte zu Hause zu haben. Jeder fängt mal klein an.
Tipp 1: Bereitet euch mit Geduld vor – und stetig.
Hau-Ruck-Aktionen sind eine schlechte Idee. Bitte rennt nicht los und kauft den nächsten Supermarkt leer – darum geht es hier nicht. Ich finde, die wichtigste Punkte beim Preppen sind Vernunft und Kontinuität. Ich würde noch einen dritten hinzufügen, der mir persönlich auch sehr wichtig ist: Solidarität. Wenn wir – wie zu Coronazeiten – alle Hals über Kopf Klopapier und Dosensuppen kaufen, schaut die Allgemeinheit in die Röhre.
Und wisst ihr, wen wir am meisten brauchen werden, wenn uns die Krise wirklich trifft?
Genau. Unsere hilfsbereiten Nachbarn. Bitte behaltet das immer im Kopf, nur zusammen sind wir stark, wenn es hart auf hart kommt.
Tipp 2: Findet heraus, welche Krisen euch am wahrscheinlichsten treffen
Für eine allererste Orientierung macht es aus meiner Sicht total Sinn, sich zu fragen, für welche Notsituation man sich wirklich vorbereiten sollte. Dazu ein paar Gedanken von mir…
- Wir haben alle Angst vor Krieg – aber es ist viel wahrscheinlicher, dass euch beispielsweise ein Brand das Zuhause nimmt – dafür wären Feuermelder und Feuerlöscher beispielsweise eine top Prepping-Idee.
- Zudem haben Kriege ganz neue Formen angenommen. Wir denken meist noch an die Bomber aus dem zweiten Weltkrieg – heute werden Kriege aber viel hybrider geführt. Dass uns ein Blackout trifft und zu schaffen macht, wäre ein solches Szenario. Ohne Strom wird’s finster – Taschenlampen und Powerbanks können helfen.
- In den „Genuss“ von Wirtschaftskrisen mit Versorgungsengpässen sind wir während Corona schon gekommen (Stichwort Klopapier). Ein rollierender Lebensmittelvorrat kann hierbei total hilfreich sein.
- Und dann noch die allgegenwärtige Klimakrise: Wir haben zum Beispiel schon im Frühjahr oft Wasserknappheit in verschiedenen Regionen Deutschlands erlebt. Wie sinnvoll kann dann zum Beispiel eine Regentonne sein, mit der wir in regenreichen Zeiten Wasser für Tiere und Pflanzen sammeln! Wenn die Gemeinde dann mal wieder berechtigterweise darum bittet, das Rasensprengen sein zu lassen, könnt ihr wenigstens noch Blumen gießen.
Tipp 3: Bittet die KI um eine individuelle Risikoabwägung.
Ich kann nicht beurteilen, welche Krise euch am wahrscheinlichsten trifft – aber KIs wie Perplexity oder Chat GPT können euch dabei helfen. Hier mal ein Beispiel für einen Prompt, mit dem ich die KI füttern würde, um eine individuelle Risikoabwägung zu erstellen:
Hallo Perplexity, ich wohne im Süden von Hamburg im Moorgebiet, bin Mitte 40, habe Kinder und ein Haustier. Welche Krisen treffen uns am wahrscheinlichsten, und wie kann ich mich am besten darauf vorbereiten?
Mein Wohnort entscheidet ja zum Beispiel darüber, ob ich eher von Überschwemmungen oder Dürre getroffen werde. Wie viele Personen und Tiere in unserem Haushalt leben, hat wiederum Einfluss darauf, was ich bevorraten sollte.
Überlegt euch also genau, worauf ihr euch vorbereiten wollt. Dementsprechend passt ihr eure Vorräte an.
„„Ich habe zum Beispiel einen Fluchtrucksack angeschafft, nachdem wir mal unsere 80-jährige Oma evakuieren mussten“
Das war nicht witzig damals: In Hamburg wurde mal wieder eine Fliegerbombe gefunden, und wir mussten samt Oma in 10 Minuten unser Zuhause verlassen, ohne zu wissen, wann wir wieder zurückkommen. Das ist nicht viel Zeit, um lebensnotwendige Medikamente, Dokumente, Zahnbürste und Rollator zusammenzuraffen. Seitdem steht hier immer ein Fluchtrucksack bereit, und man sieht, die Gründe, sich vorzubereiten, können total simpel sein und jeden von uns jederzeit treffen. Lest dazu auch: Warum ich einen Fluchtrucksack besitze – die Geschichte von Omas Evakuierung.
Tipp 4: Arbeitet meine Checkliste „Preppen für Anfänger“ durch
Schaut euch an, wie ich zu Beginn vorgegangen bin, passt die Liste an eure Bedürfnisse an und nehmt die ersten, simplen Maßnahmen vor – damit seid ihr schon besser vorbereitet als jeder Nachbar in eurer Straße.
Happy Prepping, ihr Lieben!

