Fluchtrucksäcke sind was für Spinner – dachte ich früher. Doch dann kam der Tag, als meine damals 80-jährige Mutter innerhalb von 10 Minuten auf unbestimmte Zeit ihre Wohnung verlassen musste, weil man in der Nachbarschaft eine Fliegerbombe gefunden hatte.
Auf einmal musste es schnell gehen
Die Ansage der Polizei war klar: Sie sind in 10 Minuten weg, oder wir holen Sie hier raus. Zum Glück war ich gerade nebenan in unserer Wohnung und konnte schnell zu Mama sprinten. Und schnell letzte Dinge zusammenraffen – aber was genau würden wir brauchen?! Zum Glück hing ihr Medikamentenplan am Kühlschrank, sodass ich fix alle lebensnotwendigen Medikamentenvorräte zusammenpacken konnte.
Und wie lange würde es dauern?
Ich wusste damals, dass wir innerhalb der angekündigten 10 Minuten noch eigenständig mit dem Auto aus der Sperrzone rausfahren durften, um uns selbst eine bequeme Übernachtungsmöglichkeit außerhalb zu suchen. Danach hätten wir uns evakuieren lassen müssen und wären in irgendeiner Turnhalle auf der Pritsche gelandet – kein Vergnügen mit einer wenig mobilen Achtzigjährigen. Also hieß es: Beeilung. Ich versuchte, mir in Windeseile darüber klar zu werden, was wir unbedingt mitnehmen mussten.
Zahnbürste, Armbanduhr, Ausweise…
Erstmal finden! Mama konnte sich in der Hektik plötzlich nicht mehr daran erinnern, wo ihr Portemonnaie abgeblieben war, und überhaupt ging alles ganz schön chaotisch zu.
Was hätte ich in dem Moment für einen kleinen, clever gepackten Fluchtrucksack gegeben
Natürlich haben wir es damals auch ohne den Fluchtrucksack – irgendwie – geschafft. Aber spaßig war’s nicht. Seitdem besitze ich einen solchen – auch, wenn dieser noch nicht so ganz praktikabel ist, wie ich im Artikel „Meine 10 größten Fluchtrucksack-Fehler“ erzähle. Theoretisch sollte jedes Haushaltsmitglied einen haben, aber soweit sind wir (noch) nicht.
Jedenfalls ist mir seitdem klar, wie schnell man einen solchen Fluchtrucksack benötigen kann
Es bereiten also bei Weitem nicht nur „Spinner“ einen Fluchtrucksack vor, sondern beispielsweise auch Menschen, die wie ich in einer Stadt leben, die im 2. Weltkrieg ordentlich zerbombt wurde. Wir sehen: Es gibt sehr gute Gründe für einen Fluchtrucksack, die nichts mit abgehobenen Weltuntergangsprophezeiungen zu tun haben, sondern eher ganz pragmatischer Natur sind. Krisenvorsorge geht uns alle an!
In diesem Sinne – Happy Prepping, ihr Lieben!
Und wenn ihr nicht wisst, wo ihr anfangen sollt – hier lang:


